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Eingeweckt und aufgemöbeltSusanne Kreitz, Kölner Stadt-Anzeiger, 16.01.2004 Ein Blick in den Keller eines Menschen sagt oft mehr über ihn als sein Wohnzimmer, glauben Studenten der Köln International School of Design. Wie viel Gestaltung seines Lebensraums braucht der Mensch? Und was ist mit der letzten designfreien Zone, dem Keller? Eine Frage, mit der sich die Studierenden der Köln International School of Design im Rahmen der Passagen beschäftigt haben. »Jetzt geht's ans Eingemachte!«, versprechen sie. Auch wenn es vielleicht nicht unbedingt ratsam ist, die im Jahr 1987 eingemachten Pflaumen zu probieren, eine der Fundsachen von einem Streifzug durch die Keller verschiedener Zeitgenossen, die in der kommenden Woche in der Fachhochschule am Ubierring präsentiert werden - selbstverständlich im Keller. Weitere Fundstücke sind der Radarreflektor eines Schiffes, eine Klobrille, der Generator einer Modelleisenbahn. Dazu rückt eine Video-Klang-Collage die Nutzer ins schummrige Kellerlicht. Eine Fundsache - oder besser Entdeckung - in eigener Sache verspricht auch leiblichen Genuss: Ein früherer Dozent hatte sich im Keller eine Weinbar einrichten lassen, mit deckenhohem Flaschenregal, Butzenscheiben an den Fenstern und einer holzverkleideten Decke und Theke. Bembel-Atmosphäre in den Tiefen des Designs. Nach einem Spaziergang durch die Welt des Einmachens (Hin und Weck), die auch die Tauglichkeit von Einmachgummis als Bildträger sowie die Verwendung von Einmachgläsern als Kronleuchter unter Beweis stellt, kann sich der Besucher in der »aufgeweckten Gastronomie« an Eingemachtem und Eingelegtem stärken. Design in Not-Zeiten bestimmt das Flair des Keller-Bistros, die Theke besteht aus Holzpaletten und Plexiglas-Röhren, in denen Kartoffeln und Karotten stecken. Platz genommen wird auf Kartoffelsäcken, unter denen sich biedere Plastiksessel verbergen. Zum »Nachtasyl« laden die angehenden Designer bereits ausgezeichnete Designer ein. In den Keller-Labyrinths des Hotel Crowne Plaza übernachten während der Möbelmesse 19 Designer, die den Wettbewerb »inspired by cologne« der KölnMesse gewonnen haben. Letztere sponsert auch das Projekt. Zwischen Spinden, Akten und dem Nachschub für die Mini-Bars entstanden schräge Schlafplätze, von »Low Cost Living« (billig leben) bis zu »Floating Ground« (hängendes Zimmer). Wer«s etwas härter mag, kann sich mit Handschellen am Gitterbett festketten (lassen). Besichtigungen des Nachtasyls können telefonisch vereinbart werden (Christian Tenambergen, Ruf 01 7#-# ## ## ##). Und nach Ende der Passagen kann das Mobiliar ersteigert werden. |
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