«Wer für die Jugend konstruiert, schließt das Alter aus. Wer für das Alter konstruiert, schließt die Jugend ein.»
Die Lebenserwartung steigt in großen Teilen unserer Welt signifikant, jedoch findet noch keine ausreichende Berücksichtigung der veränderten Produkt-Ansprüche statt. Die Herausforderung für Wirtschaft und Industrie besteht darin, eine altersfreundliche, zugängliche und erschwingliche «Welt» zu schaffen. Diese sollte nicht stigmatisierend, sondern fördernd und integrierend sein. Doch wie muss ein Produkt aussehen, das die spezifischen Wünsche und Bedürfnisse älter werdender Menschen berücksichtigt, ohne in Gestalt und Funktion die Nutzergruppe einzugrenzen und zu stigmatisieren? Ein Produkt, welches jeder erwachsene Mensch braucht und hat. Dinge, die jede Generation nutzt. Nur neu definiert: Aus der Perspektive des Alterns. Dabei sollen keine Illusionen verkauft, sondern «Basisarbeit» geleistet werden. Das bedeutet, dass Produkte aus der direkten Umgebung, die den Menschen begleiten und im alltäglichen Gebrauch sind, fokussiert werden.
Das Ergebnis dieser Arbeit ist fips, eine kompakte Aufstiegshilfe. Das Spannungsfeld zwischen Komfort und Sicherheit ist bei Tritten besonders stark ausgeprägt, da die geringe Höhe zur Überschätzung der eigenen Fähigkeiten verleitet. fips versucht dieses Spannungsfeld zu lösen, indem er Komfort und Sicherheit miteinander verknüpft. Durch den Steigbügel wird dem Benutzer signalisiert, dass dieser Bügel notwendig und unterstützend ist, wodurch wiederum eine Sensibilisierung bezüglich der Gefahrenzone Leiter/Tritt erfolgt. Die Rollfunktion bietet einen zusätzlichen Mehrwert und knüpft an die konditionierte Rollkoffer-Funktion an. Die signifikanteste Eigenschaft von fips ist das Unebenheiten-Regulations-System (URS). Das URS gleicht Bodenunebenheiten selbstständig aus und ermöglicht somit optimale Standfestigkeit und Sicherheit in jeder Lage. Die vermittelte Dynamik bei gleichzeitiger Vertrautheit macht fips zu einem Produkt, dass generationsübergreifenden Ansprüchen gerecht wird. Dabei ist fips nicht stigmatisierend und berücksichtigt dennoch die Beeinträchtigungen des Alterns.
Diplom Hauptthema 2005 von Kathrin Terrahe
Lehrgebiet: Design for Manufacturing
Betreuung: Prof. Grosse