Köln
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of Design

Fandalismus



Fandalismus



Uta Brandes (Hg.): Von Vandalismus zu Fandalismus, Köln 2009 (Verlag der Buchhandlung Walther König

Von Vandalismus zu Fandalismus

Verunsichern Vandalen unsere Straßen? Die den öffentlichen Raum für eigene Zwecke umnutzen. Die sich Eingriffe anmaßen, die Stadt in einen unnormalen Zustand überführen. Verkehrsbetriebe setzen Belohnungen für Hinweise auf die Täter aus, Kommunen suchen nach vandalismussicherer Möblierung,  Hauseigentümer streichen ihre Fassaden mit graffitiresistenter Farbe ...


Aber vielleicht sind dies ja alles keine Vandalen, die sich hier rücksichts- und hirnlos im öffentlichen Raum austoben. Vielleicht ist das ja Kritik an einem öffentlichen Raum, der zunehmend privatisiert wird: Shopping Malls, in denen private Sicherheitsdienste unerwünschte Personen vertreiben; die krakenhafte Ausbreitung unzähliger Kneipen, Bars, Cafés, coffe-to-go-Shops, die kostenlose Sitzplätze okkupieren und nur
noch zahlende Gäste zulassen; die private Ergießung wohnzimmerhafter Möblierung von Klamotten- und anderen Geschäften in die öffentliche Sphäre hinein, interessiert zu sein; gigantische Billboards und Haltestellenwerbewände, die die Stadt zum Verschwinden bringen; und schließlich das zu großen Teilen ebenso dumme wie hässliche wie disfunktionale Public Design – das fordert ja geradezu zu Veränderungen und Umnutzungen heraus.   

   
Die Autorinnen und Autoren dieses Buches (übrigens alle KISD-Studierende bzw. -Absolventen) haben dafür einen neuen Begriff erfunden, der einen Perspektivenwechsel vornimmt und die vielfältigen Aktionen der Rückaneignung des öffentlichen Raumes in aller sympathischen Ambivalenz formuliert: Es ist eben nicht der Vandalismus, der hier zuschlägt, sondern es handelt sich um Fandalismus, der von engagierten Fandalisten in akustischen, temporären, lustigen, verwirrenden, provokanten Aktionen ausgeübt wird. Und der einem kommerziell verwahrlosten Stadtraum urbane Praktiken
voller Fantasie entgegenstellt.


An vielen praktischen Beispielen und reich bebildert wird diese Umgestaltung vergnüglich und spannend erläutert.

 


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