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Studieren, was zu einem passt

Heribert Rösgen, Köln Extra, 07.06.2001

Designer gestalten Kleinwagen und Fahrradboxen für die Stadt

Eher wie in einer Karosserie-Werkstatt sieht es zurzeit im Erdgeschoss des FH-Gebäudes am Ubierring aus. Studenten des Fachbereichs Design haben hier zwei Ford »Ka«-Autos auseinander genommen. Im Lehrgebiet »Ökologie und Design« gestalten sie Alternativ-Modelle auf Basis des Kleinwagens. Dieses Beispiel zeigt, dass in dem Studiengang eng mit Unternehmen und nah an der Praxis gearbeitet wird.

Andere Studenten machen sich in Projekten Gedanken über das Design der Fahrradboxen im Stadtgebiet. Auch die Kölner Stadtverwaltung hat nämlich inzwischen – lange nach den Unternehmen – den Fachbereich für sich entdeckt. Design an der Fachhochschule Köln wurde vor zehn Jahren als Modellstudiengang in völlig neuer – und bis heute einzigartiger – Konzeption begonnen. Dieses Modell wird stark beachtet, nicht nur in akademischen Kreisen, sondern auch und gerade in der Industrie. »Neunzig Prozent unserer Absolventen finden sofort einen Job«, erwähnt Dekan Professor Günter Horntrich fast beiläufig. Er ist zusammen mit einem hochmotivierten Professoren-Team der »Macher« des »Kölner Modells«. Und er setzt sich dafür ein, dass es noch weiter entwickelt wird.

Das Studium ist vom ersten bis zum achten Semester in Module gegliedert, die notwendigen Kenntnisse können also Baustein um Baustein »zusammengetragen« werden, und es ist projektorientiert. Wer hier studieren darf – die Bewerberzahlen sind hoch, die Auswahl ist sehr sorgfältig– richtet sein Studium nach persönlichen Neigungen und Fähigkeiten individuell aus. Projekt- und Seminarangebote finden die Studierenden in zwölf Lehrgebieten. So kann jeder Absolvent sein persönliches Profil schärfen – das wiederum macht ihn auf dem Arbeitsmarkt attraktiv.

Ungewöhnlich ist schon das Auswahlverfahren. 1300 Bewerber gibt es pro Jahr auf die rund 70 Studienplätze. Wer sich um einen davon bemüht, liefert nicht einfach eine Mappe mit fertigen Arbeiten ab, sondern orientiert sich an konkreten Aufgaben. Neben der Fachhochschulreife wird auch ein Jahr Praxis-Erfahrung gefordert. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich jemand als Barkeeper in New York, als Weltumsegler oder bereits im Design-Bereich bewährt hat. »Wir wollen einfach Leute, die schon mal die Nase im Wind hatten«, sagt Günter Horntrich.

 
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