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Schilderwald

Page, 9/2003

Das Verkehrschaos tobt im Severinsviertel, einem urkölschen, nahe am Rhein gelegenen Wohn- und Einkaufsviertel: Die Gässchen, durch die eh nur ein Auto passt, sind wegen der U-Bahn-Erweiterung und Kanalsanierung voller Baustellen, täglich verlaufen die Einbahnstraßen anders.

Die Kölner Designstudenten Till Martensmeier und Kathrin König wollten Abhilfe schaffen. Sie machten sich erst mal ganz ernsthafte Gedanken, entwarfen ein farbcodiertes Liniensystem, das zum Beispiel helfen sollte, bestimmte Routen im Auge zu behalten. »Richtig Sinnvolles kam dabei nicht heraus, also haben wir uns immer abgefahrenere Sachen überlegt, provokante Aktionen, die die Situation ironisch übertreiben, und auf die Problematik aufmerksam machen und die Anwohner in ihrem Zorn bestätigen.«

Schließlich hängten sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion im Originalstraßenschild-Look gehaltene Pappschilder mit kölschen Redensarten auf - ein Kommentar zum rheinischen Charme des Viertels, aber auch zur Mentalität der Kölner.

 
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