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Cultural LibraryCultural Library ist eine Projektserie bei der die KISD mit internationalen Forschungspartnern Gewohnheiten und Rituale des Alltags und die damit verbundene Nutzung von Produkten und Räumen untersucht. Die Recherche dazu findet in Projekten direkt vor Ort in den unterschiedlichsten Kulturkreisen statt und bezieht die jeweiligen räumlichen und strukturellen wie auch die sozialen Bedingungen mit ein.
Nach Projekten in Tokio (wo die Cultural Library von Prof. Tadanori Nagasawa und Prof. Hiroshi Imazuimi 2006 initiiert wurde), London, Köln und Taipeh fand in diesem Jahr das 11. Cultural-Library-Projekt zwischen Köln und Nairobi statt. In diesem aktuellen Projekt arbeiten wir zum Thema Mobilität – ein äußerst wichtiges Thema für Nairobi, das sich als afrikanische Metropole mit vielen Fragestellungen konfrontiert sieht, die sowohl für Architekten als auch für Designer von großer Bedeutung sind. In einer gemeinsamen Diskussion der zwei Gruppen der Köln International School of Design (KISD) und der Fakultät für Architektur der University of Nairobi fokussierten wir auf sechs Themen für die Cultural Library.
Vor Ort in Nairobi konzentrierten sich die 22 Studenten auf sechs konkrete Projekte und begannen mit Beobachtungen und Fragestellungen: Wie sieht der Tagesablauf der Jobsuchenden in Kibera, einem der weltweit ärmsten Gebiete in Nairobi, aus? Was sind die entscheidenden Faktoren, die die urbanen Räume im Zentrum von Nairobi festlegen? Welche Potenziale und Einflüsse bietet die Informationstechnologie, um die Situation der Arbeit suchenden Menschen zu verbessern, die jeden Morgen an bestimmten Plätzen in Nairobi zusammenkommen? Was sind typische Treffpunkte? Wie sehen mobile Arbeitsplätze aus? Was können wir anhand des Weges des Sukuma Wiki, eines typischen kenianischen Gemüses, über Transport von Dingen lernen?Diese Recherche war dabei behilflich, Bräuche, Rituale und Symbole zu verstehen.
Um die Ergebnisse analysieren zu können, setzt die Cultural Library „Item Sheets“ ein, um die Beobachtungen zu sammeln, zu verstehen und zu vergleichen. Diese „Item Sheets“ beschreiben Objekte, Orte, Gewohnheiten und sind damit wesentlich aussagekräftiger als ein Foto oder eine schnelle Notiz.Betrachtet man diese allgemeinen Begebenheiten, ist es unmöglich und naiv, in einem einwöchigen Workshop an Lösungen zu arbeiten.
Daher zielt das Cultural-Library-Projekt darauf ab, Themen zu definieren, alltägliche Gepflogenheiten, Rituale und die Verwendung von Produkten, Hilfsmitteln und Räumen zu beobachten, sie unter Einbeziehung von lokalen Agenten zu analysieren, um dann mit einer Ausstellung in einem Design-Labor vor Ort aufwarten zu können, die nicht Lösungen, sondern Transformationen in visueller oder anderer sinnlich wahrnehmbarer Form und offene Probleme zeigt. Auf diese Weise führte auch das diesjährige Cultural-Library-Projekt zu einem bedeutenden Fortschritt der Methodik, der Recherche-Tools und des allgemeinen Verständnisses des generellen Cultural-Library-Forschungsansatzes.In einem nächsten Schritt werden die Erkenntnisse dieses Projekts (und die sich daraus ergebenden Fragen) transformiert werden, da die Transformation ein bedeutendes Designpotenzial in sich birgt.
Diese Transformationen (Grafiken, Diagramme, Produkte, Aktionen) sind die grundlegenden Resultate, um die Arbeit Menschen zugänglich zu machen, um noch einmal lokale Repräsentanten mit einzubeziehen und um Schnittstellen zu anderen Disziplinen (wie Architektur, Stadtplanung, Sozial- und Politikwissenschaften) zu finden. All dies ereignete sich während der Ausstellungseröffnung am letzten Abend in Nairobi und wurde im Rahmen der plan 09 – dem Forum aktueller Architektur in Köln – fortgesetzt. Die von »lokalen Agenten« ermittelten Daten und Materialien bilden die Grundlage für eine Analyse, deren Ergebnisse auf der plan09 in Form einer »Designlabor«-Ausstellung zugänglich gemacht wurden. Im Rahmen dieses Projektes entsteht nun die Publikation »Learning from Nairobi«, die Anfang 2010 veröffentlicht wird.
Weitere Informationen finden Sie unter:
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