Während der Umgang mit audiovisuellen Medien bis vor wenigen Jahren noch einer kleinen Gestalterschicht vorbehalten blieb, hat die Digitalisierung der Produktionsprozesse und die damit einhergehende Verbreitung der Werkzeuge dazu geführt, dass heute viele Designer die Möglichkeit haben, mit bewegten Bildern und Ton zu arbeiten.
Im Kontext der Gestaltungslehre ist das AV-Design nicht von den benachbarten Disziplinen zu lösen. Themen wie Illustration, Typografie oder Interface-Design spielen eine wichtige Rolle. AV-Design unterscheidet sich vor allem durch die Einbeziehung des Faktors Zeit, wodurch dem Gestalter die Aufgabe gestellt wird, entlang einer Timeline Events zu inszenieren.
Die Gestaltung audiovisueller Medien lässt sich in drei Hauptfelder unterteilen:
Ziel ist es, diese Themen in der Lehre durch experimentelle Ansätze ebenso wie über konkrete Aufgabenstellungen zu vermitteln. Die konsequente Verzahnung mit anderen Schwerpunkten des Fachbereichs schafft hierbei die nötige Grundlage für eine integrative Sicht aller Gestaltungsprozesse.
In dem Lehrgebiet Design for Manufacturing geht es nicht um die Vermittlung von Produktgestaltung. Der Bezug zur Praxis ist der Bezug zum Faktor Mensch. Angesichts hoher Komplexität lassen sich Probleme, Aufgaben und Umsetzung von Ideen nicht in kurzfristig angelegten linearen Prozessen bewältigen. Langzeitperspektive und ganzheitliche Konzepte sind gefragt. Die Zeichen der Zeit stehen auf Integration.
Vernetzte Systeme definieren sich nicht allein durch x-y-z-Koordinaten, sie wirken und funktionieren sphärisch: Ähnlich wie Punkte auf einer Kugel gehen sie Beziehungen in der Fläche ein, stehen sich aber auch diametral gegenüber. Der kategorischen Trennung in „Entweder-oder“ steht ein „Sowohl-als-auch“ gegenüber.
Das Lehrgebiet Design-Konzepte hat den Designprozess selbst zum Inhalt, die Abläufe und Vorgehensweisen, das Wie des Gestaltens.
Es geht um:
Bei jeder Aufgabe im gestalterischen Bereich gibt es verschiedene Herangehensweisen. Um zu einem eigenen, Erfolg versprechenden Arbeitsstil zu kommen, ist es sinnvoll, zumindest eine tradierte Vorgehensweise kennen zu lernen und diese zu erproben.
Zu Beginn ihres Studiums entwickeln die meisten Studierenden ihre Entwurfsarbeit aus dem Bauch heraus, meist "von hinten". Bald stellt sich die Frage, ob eine andere Vorgehensweise sinnvoll wäre, ob nicht ein konzeptioneller Ansatz helfen würde, Irrtümer zu vermeiden und gleichzeitig neue Wege aufzuzeigen. Ein Konzept als Festlegung dessen, was und wie eine Sache sein, was sie leisten soll, vorweg zu dem Wissen, wie dies konkret eingelöst werden könnte, ist erforderlich.
Eine zentrale Aufgabe von Designerinnen und Designern ist es, die richtigen Fragen aufzuwerfen, um später gezielte Lösungsstrategien anbieten zu können. Dies erfordert, dass Designer bereits bei der Formulierung der Aufgabenstellung einbezogen werden sollten, was nur durch eine umfassende, transdisziplinäre Kompetenz des Designers möglich ist.
Neben der gestalterischen Kompetenz wird so auch die planerische und konzeptionelle Kompetenz, die zu einer Integration gesellschaftlich-struktureller Problemstellungen führt, angeregt und gestärkt. Es kann dazu führen, dass die Designerin oder der Designer einen Schwerpunkt in dieser beratenden Funktion haben wird.
Designerinnen und Designer erobern Positionen, die dazu führen, dass gestalterisches Grundverständnis in zahlreichen Bereichen Anwendung findet – und das ist gut.
Design ist zutiefst mit der wirtschaftlichen Dynamik unserer Gesellschaft verwoben: Es ist durch sie bedingt und es prägt sie. Entsprechend entdecken Unternehmen das Design mehr und mehr als strategischen Faktor und damit die Notwendigkeit, Designprozesse enger in den unternehmerischen Prozess zu integrieren.
Zudem ändern sich die sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen der Profession: Tendenzen wie die zunehmende Urbanisierung, der Klimawandel, der demographische Wandel und die Globalisierung auf der einen Seite, wissenschaftliche Innovationen in der Nanotechnologie, Robotik, Gentechnologie, Neurobiologie und der Kommunikationstechnologie auf der anderen Seite zeitigen neue fachlich Anforderungen, eröffnen neue berufliche Perspektiven und verlangen ein neues Maß an Verantwortung.
DesignerInnen die heute und morgen auf hohem gestalterischen Niveau und in Führungspositionen erfolgreich tätig sein möchten müssen in der Lage sein, ihre Rolle im Zusammenhang mit solchen gesellschaftlichen Entwicklungen, wirtschaftlichen Prozessen und technologischen Innovationen zu reflektieren und darzustellen; d.h. sie müssen lernen, diskursiv zu denken.
In den wissenschaftlichen Seminaren des Lehrgebietes Design&Economy wird zu diesem Zweck das begriffliche und argumentative Vermögen der Studierenden geschult sowie kulturwissenschaftliches Wissen vermittelt. Die Studierenden erwerben sich Kenntnisse über
sozio-ökonomische, ökologische und (inter)kulturelle Fragestellungen Organisationsformen von Arbeit Markenwelten und Unternehmenskulturen Kommunikation und Vertrieb neue Medien und gesellschaftlichen Wandel regionale Bedürfnisse in Zentrum und Peripherie
Aber das diskursive und spekulative Denken allein macht keine Designerin und keinen Designer. Hinzukommen muss spielerisch experimentelles Gestalten sowie handwerklich-technisches know-how. In der Projektarbeit werden deshalb praxisnah und häufig in direkter Zusammenarbeit mit Unternehmen Lösungen zu Aufgabenstellungen produziert, in denen Design ein strategischer Faktor ist. Eröffnet werden so Einblicke in Arbeitsrealität der Profession, vermittelt grundlegende Fähigkeiten im Bereich der
Recherche Analyse Strategieentwicklung Konzepterstellung Präsentation
Aufgebaut wird etwa Kompetenz im Bereich einer partizipatorischen Forschung: Der Methode, anhand einer intensiven Beobachtung alltäglicher Abläufe gestalterisch relevante Erkenntnisse über das Verhalten von Individuen, informellen Gemeinschaften und Organisationen zu gewinnen und aus ihnen Lösungen zu entwickeln, die eine spürbare Verbesserung der jeweiligen Lebensumstände versprechen.

Behaupten wir aus guten Gründen einfach, dass es eine in sich geschlossene Design-Geschichte und ebenso eine in sich ruhende Design-Theorie nicht gibt: Dann folgt daraus, dass es in diesem Arbeitsbereich allemal darum geht, unter der komplexen Perspektive von Design die Geschichte von Gestaltung mitsamt der von Wirtschaft, Kulturen, Wissenschaften, Techniken, Darstellungen, Architektur, Poesie, Kunst etc. als ein widersprüchliches Ineinander zu erörtern und zu erläutern – und die Design-Theorie eben im Kontext des Gesamt theoretischer Reflexionen.
Daraus ergeben sich wissenschaftliche Seminare (etwa zur Geschichte von Darstellungsformen der Naturwissenschaften oder auch der Musik oder zu der von Ordnungssystemen und Regelwerken, aber auch zu Ikonen des Design oder zur intensiven Lektüre Immanuel Kants, Walter Benjamins, Sigmund Freuds oder anderer ...), Vorlesungen (etwa zur Geschichte der Stadtentwicklung, zur Moderne, zu Sichtweisen und Hörformen ...) und Projekten (etwa »Im Stil von ...«, »Wie klingt Design« ...).
Also könnte man hier argumentative Kritik, klugen Diskurs, aufregende Wahrnehmung, Auseinandersetzung mit Theorie, historische Kontexte oder auch intelligentes Schreiben und ohnehin assoziatives Denken studieren.
Das Lehrgebiet umfasst und integriert zwei inhaltliche Bereiche:
Die Kategorie „Geschlecht“ ebenso einzubeziehen wie z.B. die Faktoren Ökologie, Management, CI, Medien etc., ist im Design bisher die Ausnahme. Geschlecht (Gender) ist eine soziale und kulturelle Konstruktion, die jegliche Alltagswahrnehmung und -handlung essenziell prägt. Wie diese als männlich, weiblich, androgyn oder „dazwischen“ empfundenen Projektionen sowohl die Designtätigkeit als auch den Gebrauch eines Gegenstandes bestimmen, wird theoretisch und praktisch erforscht.
Qualitative Forschung im Design ist auch noch nicht weit verbreitet. Hier geht es um dem Design adäquate empirische Methoden wie z.B. Beobachtungen oder experimentelle Tests, um etwas darüber zu erfahren, wie Menschen mit Dingen und wie Dinge mit den Menschen kommunizieren.
Lehrgebiet: Identität und Design (ID)
Köln International School of Design,
Institut der Fakultät für Kulturwissenschaften
an der Fachhochschule Köln
Die herkömmlichen Vorstellungen von Corporate Design, Corporate Identity oder Branding wandeln sich zu weitaus realistischeren Anschauungen des Themenfeldes Identität insgesamt. Selbstverständlich geht es nach wie vor um das Verständnis von Gestaltung und ihrer Wirkung auf Identität bedingende Kommunikationsprozesse. Identität und Design ist das Lehrgebiet an der Köln International School of Design, in dem kritisch und umfassend Konzepte und Gestaltungen von Identität rekonstruiert und reflektiert werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie mannigfaltig Design Identitäten formuliert: Beispielsweise in Sprache, Verhaltens- und Kommunikationsweisen, aber auch durch Marken, Produkte, Werbung, Musik, Mode und so weiter – wobei immer auch das grundsätzliche Problem vielfältiger Identitäten von Menschen und Körperschaften zentraler Gegenstand des Designstudiums in diesem Lehrgebiet ist.
Die Dynamik einer hektischen und globalen Ökonomie – an der auch das Design partizipiert – hat zu einer affirmativen »Verwortung« und Verwertung, wie zum Beispiel: Corporate Identity, Corporate Imagery, Corporate Language, Corporate Branding, Corporate Culture, Corporate Sound, Corporate Heritage, Corporate Communication, Corporate Behaviour, Corporate Corporate Social Responsibility und so weiter, geführt. Die Vielzahl an Modellen zur Corporate Identity und die bedeutungsvariable Strapazierung des Begriffs Identität im Jargon so genannter Trendforschung und des Marketings behindern zunehmend die begriffliche Orientierung. Auch wird in jenen Modellen dem Design eine Rolle zugewiesen, die einem erweiterten Verständnis keineswegs entspricht. Im Studium an der Köln International School of Design sollen auch jene Positionen, auf denen diese Modelle und ihre Praxis ihrerseits beruhen, identifiziert werden. Dabei sei beachtet, dass gerade Corporate Identity, Branding-Konzepte und deren Strategien zuweilen autoritär und normierend sind und gerade dadurch dem zuwiderlaufen, was Identität im besten Fall sein könnte. Ein um diesen zentralen Gedanken ergänztes Designverständnis ermöglicht, das zu analysierende Problem unabhängig von der eigenen Realität, die solche Modelle erzeugen, betrachten zu können.
Der Diskurs zur Identität mit seinen vielfältigen Positionen zeigt jedoch, dass personale oder kollektive Identitäten weder widerspruchsfrei noch so natürlich sind, wie sie mitunter angenommen und in praxisbezogenen Modellen gehandhabt werden. Für das Lehrgebiet von zentraler Bedeutung sind die bezugswissenschaftlichen Aspekte des Identitätsdiskurses aus Philosophie, Soziologie, Semiotik, Psychologie, Anthropologie, Gender- und Cultural-Studies, Kognitions-, Kommunikations-, Medien-, Sprach- und Bildwissenschaften. Im fachübergreifenden Diskurs zum Begriff der Identität finden sich Reflexionen, welche das differenzierte Spektrum von Identität verdeutlichen, wie zum Beispiel: Identität als dialektische Konstruktion: »Identität der Identität und der Nichtidentität« (G.W.F. Hegel); Identität als gesellschaftliche Problemstellung »von Geburt an« (Zygmunt Bauman); Identität zwischen »Pluralisierung und Individualisierung« (Ulrich Beck); Identität als etwas im gesellschaftlichen Prozess »durch Kommunikation zu Bildendes« (Herbert Mead); Identität als entwicklungspsychologische Herausforderung (Erik H. Erikson); Identität als Rolle (Erving Goffman); Identität durch Teilnahme an Interaktionsprozessen (Lothar Krappmann); Identität als »Narrationskonzept« (Wolfgang Krauss); Identität als »Passungsarbeit« zwischen Innen- und Außenwelten und als »Patchwork« (Heiner Keupp); Identität als »transitorischer Prozess« (Jürgen Straub); Identität in dynamischen »Figurationen«, als »Wir-Ich-Balance« (Norbert Elias); Identität und Geschlecht (Judith Butler); Identität als »Kampf um Anerkennung« (Axel Honneth) bis hin zur der radikalen Auflösung des Begriffs Identität als »ideologische Zwangsvorstellung« (Michel Foucault), um einige wesentliche Aspekte zu nennen.
Individuen, Gruppen, Organisationen ringen auf vielfältige Art und Weise um Aufmerksamkeit, Anerkennung, Macht und letztlich auch um Identitäten. Die damit zusammenhängenden politischen, sozialen, kulturellen und ökonomischen Implikationen sowie deren Widersprüche und Divergenzen, sind Gegenstand gestalterischen Denkens und Handelns. Umso wichtiger erscheint es, dass Designerinnen und Designer über Kompetenzen und entsprechende Artikulationsmöglichkeiten verfügen, die über die reine Attributierung von Identität stiftender Kommunikation hinauszugehen. Hierin kann und muss Design auch eigene Identitäten formulieren und widerständig behaupten.
Neben der basalen Re- und Dekonstruktion von Wissen zum Themenfeld Identität, seiner vielfältigen Modelle und Diskurspositionen in Seminaren, betreuten Lerngruppen und Vorlesungen, findet das Lehrgebiet Identität und Design seine kollaborativen Ergänzungen und fachlichen Perspektiven im Spektrum des Gesamtlehrangebotes der KISD. Darin werden in fachübergreifender Projektarbeit entsprechende Kompetenzen und praktische Fertigkeiten, erprobt und hinterfragt.
Darüber hinaus werden in dem Lehr- und Forschungsfeld Identität und Design Forschungs- und Kooperationsprojekte, Symposien und Konferenzen durchgeführt.
„To a man with a hammer everything looks like a nail“ wusste schon Mark Twain. Im Lehrgebiet Interface Design werden Produkte, Anwendungen, Prozesse und Systeme ebenso wie etablierte Methoden untersucht, betrachtet und weiter entwickelt.
Interfaces und Interaktionen werden breit und integrativ betrachtet; dabei geht es um die reflektierte Analyse und Gestaltung von Handlungen und Nutzungsformen (Schnittstellen Mensch-Artefakt-System), die systematische Betrachtung und Auseinandersetzung des Menschen im handelnden Bezug und in der Interaktion mit dem Artefaktischen, die Entwicklung von Systemen, System- und Informationsarchitekturen sowie die Entwicklung kontextbasierter Interface- und Interaktionskonzepte.
Ziel dieses Lehrgebietes ist es, die Studierenden für Ökologie im Allgemeinen und umweltrelevante Kriterien bei der Designentwicklung im Besonderen zu sensibilisieren. Die ureigene Designarbeit kann nicht mehr isoliert betrachtet werden. Heute gewinnt die Betrachtung und Steuerung des Zusammenwirkens der einzelnen Objekte an Bedeutung. Ganzheitliches Denken ist gefragt
Für die Ausbildung des Designers bedeutet dies eine Verschiebung der Schwerpunkte. Über die klassische Produktentwicklung hinaus gilt es heute, ganzheitliche Konzepte und Kreisläufe zu gestalten.
Eine ökologisch ganzheitliche Betrachtungsweise beinhaltet neben der aktiven auch die passive Ökologie des Produktes und beweist, dass Ökologie und Design sich nicht grundsätzlich widersprechen. Dafür sind langfristiges Denken und Handeln erforderlich. Vom Entwurf über die Produktion bis zum Gebrauch, der Reparatur und einer umweltgerechten Entsorgung sind alle Einflussfaktoren und Auswirkungen zu berücksichtigen. Bisher bestand die Aufgabe des Designers darin, neue Produkte zu gestalten. Veränderte Rahmenbedingungen erfordern ein erweitertes peripheres Aufgabengebiet bei gleichzeitiger Konzentration auf grundsätzliche Konzepte.
Diese Entwicklungen erfordern Konsequenzen für den Designer, der insbesondere in der Planung und im Entwurf eines Produktes viele Möglichkeiten hat, auf die Umweltverträglichkeit seiner Designentwicklung Einfluss zu nehmen ? und somit in der Verantwortung steht.
Dieses Thema hat in Deutschland zu einer intensiven wissenschaftlichen und politischen Debatte geführt. Nachhaltigkeit ist aber noch nicht zu einem allgemein anerkannten gesellschaftlichen Thema geworden. Die Fortschritte liegen vor allem auf der konzeptionellen Ebene, nicht so sehr im politisch-praktischen Bereich. Es gibt Ansätze und Beispiele für nachhaltigere Produktionsmodelle, für nachhaltigere Mobilität oder Konsumgüter. Diese Gedanken werden in Seminaren aufgegriffen und es wird nach Möglichkeiten gesucht, diese zu gestalten.
Eine Wortschöpfung, die sich aus den Begriffen Biologie und Technik zusammengesetzt. Wo findet man in der Natur Formen und Funktionen, die so aufeinander abgestimmt sind, dass sie uns zu innovativen Designlösungen führen? Hier bietet sich eine Möglichkeit, in Zukunft eine der Umwelt gerechte Produktentwicklung zu gestalten. Das Studium der Natur lehrt das konstruktive und systemerhaltende Potenzial der belebten Welt. Form und Funktion stellen hier sicherlich die wesentlichen Grundlagen für das Design dar. Um es einzusetzen, muss man genau hinsehen.
Heute oft ungenügend mit "intelligent" übersetzt, meint der Begriff doch die Eigenschaft des Materials, sich auf sich verändernde Einflüsse einzustellen. Die zunehmende Mobilität unserer Gesellschaft treibt den Prozess der Materialentwicklung und deren Einsatz in verschiedenen Produkten, von der Socke bis zum Automobil, voran. Allerdings fehlt oft der kommunikative Austausch zwischen Forschern und Designern. Einander verstehen und verschiedene Interessen in Einklang zu bringen ist eines der Ziele des Lehrgebietes.
Die Auswahl der Themen zeigt: Nur eine fortschrittliche Designentwicklung von ökologisch verantwortbaren Produkten kann längerfristig als Chance für die Zukunft gelten.
Immer rascher fortschreitende Technisierung und EntwickIung von Produktionsprozessen macht es Hochschulen - schon aus wirtschaftlichen Gründen - kaum möglich, fertigungstechnisch auf dem neuesten Stand zu sein. Dennoch ist es notwendig, komplexe Technologien, die zumindest in Grundzügen häufig ähnlich und vergleichbar sind, den Studierenden zu vermitteln. Darüberhinaus wächst die Bedeutung, bereits den Produktionsvorgang in die designerische Aufgabe einzubinden, die Haltung, die ein Unternehmen nach außen zeigt, seine Cl, nicht nur nach außen deutlich zu machen, sondern umfassend auch in den Produktionsprozess zu integrieren.
Wer ein Produkt gestaltet, muß Kenntnis der verschiedenen Produktionsmöglichkeiten haben und Alternativen nennen können. So kann bei kleinen Stückzahlen der Bau eines speziellen Werkzeuges zu aufwendig sein und der Designer muß wissen, was dann zu tun ist.
Außer der Vermittlung von Produktionsprozessen soll Materialerfahrung gesammelt werden.
Wie weit kann man Blech eigentlich biegen?
Wann reißt die Eloxalschicht?
Bei welcher Beanspruchung platzt Kunststoffbeschichtung ab?
Wie hoch ist die Rückstellkraft?
Wann sind unlösbare Verbindungen sinnvoll?
Innerhalb einer Designausbildung muß die kaum einholbare Hochtechnologie deshalb durch Transformation in plausible, erfahrbare Low-Tech Dimensionen übersetzt werden.
Gut 2.000 € investiert die deutsche produzierende Industrie jährlich im Schnitt pro Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung. Im Dienstleistungssektor belaufen sich diese Investitionen auf circa 65 € pro Mitarbeiter pro Jahr! Dementsprechend sind Disfunktionalitäten und Formlosigkeiten keine Seltenheit im Umgang mit Dienstleistungen: endlose Wartezeiten, nicht eingehaltene Termine, Unfreundlichkeiten, Unzuverlässigkeit sowie die Tortur unsinnig erscheinender Formalien bestimmen den Service-Alltag aus Sicht der Kunden. Und die Anbieter von Service jammern über mangelnde Preisbereitschaft der Kunden, über massiv schwankende Auslastungen und schlecht motivierte Service-Mitarbeiter.
Damit dies anders wird, entstehen seit Mitte der 90er Jahre in Deutschland neue Schwerpunkte in Forschung und Lehre. So wie das Lehrgebiet Service-Design in Köln.
Service-Design betrachtet Dienstleistungen als Produkte, die genauso systematisch entwickelt und gestaltet werden müssen wie gegenständliche Produkte auch. Und wie bei gegenständlichen Produkten geht es hier um die Gestaltung von Funktionalität und Form – aber eben die von unsichtbaren Produkten, von Service. Es geht um die Entwicklung innovativer und kundenorientierte Strategien, um die Erarbeitung effizienter und funktionaler Abläufe und um die Gestaltung eines formvollendeten Interface zum Kunden. Gerade die konsequente Betrachtung und Analyse der Service-Produkte aus der Perspektive des Kunden, die Arbeit von der »Front Stage« zur »Back Stage« ist eine kraftvolle und wirksame Methodik, um mit oft einfachen Mitteln große Veränderungen zu bewirken. Und an diesem Interface zum Kunden kommen auch die originären Design-Kompetenzen zum Zuge – bei der Frage nämlich, wie man die unsichtbaren Dienstleistungsprodukte im gesamten Prozess des Konsums für die Kunden, aber auch für die Mitarbeiter sinnlich wahrnehmbar machen kann.
In zahlreichen Industrieprojekten, wie beispielsweise mit Siemens, mit der Provinzial Versicherung oder mit der SwissCom Mobile, hat sich der theoretische und methodische Ansatz des Service-Design bewährt und weiterentwickelt – und diese Entwicklung gewinnt an Dynamik.
Zudem tragen verschiedene große Forschungsprojekte im Auftrag des BMBF und des Landes NRW dazu bei, dass sich das Arbeitsfeld Service-Design weiterentwickelt und etabliert. Um einen Beitrag dazu zu leisten, dass der Konsum von Service bald gleichermaßen von gutem Design profitieren kann wie der Konsum gegenständlicher Produkte.
Schrift, unser größtes Speichermedium der Kulturgeschichte, hat sich bis in die Jetztzeit trotz forcierter Betonung des Bildes als unerlässliches Element der visuellen Kommunikation behauptet. Technische Neuerungen und kulturelle Strömungen haben ihre Spuren hinterlassen und eine explosionsartige Vielfalt an neuen Schriften, Darstellungs- und Anwendungsformen hervorgebracht. Die Frage, was wahrgenommen werden, wer die Inhalte wahrnehmen soll und wie sie wahrgenommen werden sollen, sind gleich geblieben.
Das Lehrgebiet Typografie und Layout befasst sich mit diesen Fragen, geht ins Detail der Schriftdarstellung (Mikrotypografie) und beschäftigt sich mit der allgemeinen gestalterischen Umsetzung (Makrotypografie). Im Spannungsfeld zwischen Zweck und Ausdruck findet die Betrachtungsweise medienübergreifend und auf Grundlage des jeweils entwickelten Konzeptes statt.
Ziel des Lehrgebietes soll es sein, anhand von freien und praxisorientierten Projekten die Möglichkeiten und die Wirkung von Schrift und Typografie zu erfahren und eine Orientierung für zukünftige gestalterische Herausforderungen zu erhalten.
In den Bereichen 3D Gestaltung, AV-Medien, Digitale Medien und Fotografie wird die Lehre an der KISD im Rahmen von Seminaren und Projekten ergänzt.