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Interface Design Mailingliste: [Interface] Die Facetten des Interface-Designs
Autor: Philipp Heidkamp (heidkamp_at_syntax-design.de)
dann sende ich auch einmal in die noch offenen Kanäle die ja doch auch noch lebendig sein müssen... To introduce myself: Seit dem Sommersemester lehre ich am FB Design Interfacedesign und bin von daher schon Pflichtmitglied in dieser Liste und kann mein spätes aktives Auftauchen auf diesem "Kanal" nur mit einer Reihe anderer aktiver Kanäle entschuldigen. Meine Wurzeln liegen im Kommunikationsdesign, in den letzten 5-7 Jahren habe ich mich konsequent auf die Thematik Interface- und Interaktionsdesign mit digitalen Medien fokussiert - und finde mich täglich in neuen, interessanten Arbeitsfeldern und Anforderungen wieder, die alle unmittelbar mit Interfacedesign zu tun haben: Wissenskommunikation, Informationsdesign, Experience Design, Mixed Realities (Vermischte Realitäten?!), Cross Media, ortsbasierte Kommunikationsanwendungen (LBS) etc etc. Allen gemeinsam ist die Idee, die Medien als Orientierungshilfe für Nutzer (Orientierung in Themen, an Orten, in Systemen, in Datenmengen) zu verstehen und dabei neue angemessene Formen der Interaktion, der Kommunikation, der Dramaturgie, der Informationsaufbereitung und -generierung zu finden. Das ist es: es gibt viele Kanäle, viele Plattformen, viele Gedanken, viele Wahrheiten - auch über den Begriff und die Thematik Interfacedesign. Ende Oktober werde ich dazu meine Antrittsvorlesung halten und hierzu Perspektiven aus meiner Sicht aufzeigen. Was Michael schrieb ist sehr nachvollziehbar: WIMP (Windows, Icons, Mouse, Pointer), Keyboard und Screen sind totgesagt, es lebe die Befreiung des Interface vom Screen. Das Interface ist im Raum, erhält sensoriale Qualitäten, die wir mit virtueller Haptik gerade auf dem Bildschirm etablieren wollten. Der Raum ist faszinierend, der Ort, die Welt das Menu in dem ich mich als Nutzer bewege. Dabei kann ich intuitiv mit verschiedenen Installationen interagieren und neue Erfahrungen machen. Angesichts solcher faszinierenden Gedanken, Projekte und Präsentationen, die die Medienkunst seit gut 10 Jahren hervorbringt, gerät der Bildschirm natürlich leicht in den Verruf nur "aufs banalste reduzierte" Möglichkeiten zu bieten. Dennoch: ob Bildschirm oder andere Projektionsmedien, hier gibt es eine Menge unglaublich spannender und bei weitem nicht gelöster Fragestellungen zu verfolgen, die für immer mehr Menschen (Nutzer) immer wichtiger werden. Computer Literacy -rezipierend und produzierend- zu erleichtern und dabei die Potenziale der Nutzer zu fördern ist eine der Aufgaben, wo Interfacedesign am Screen ansetzen muß. Allerdings: Der Screen als singuläre und isoliert betrachtete (und vielleicht sogar konzipierte) Projektionsfläche eines Kommunikationskonzeptes ist in der Tat eine gestrige Angelegenheit. Wenn wir die Designfrage wie heuet allgemein üblich auch aus der Nutzersicht stellen und versuchen, die Lösungen aufgabenorientiert (was will ein Nutzer EIGENTLICH machen )zu sehen, dann kommen wir zu weiteren spannenden Domänen, die das Interfacedeisgn für sich besetzten muss. Ein Mensch will nicht eine Fahrkarte am Automat ziehen (der design fragt sich wie er die Knöpfe anders anordnen kann), sondern er will ein Verkehrsmittel nutzen um von A nach B zu kommen. So weit kann es gehen, aber ich glaube daß wir hier oszillieren müssen: die konkreten, unmittelbaren Lösungen einerseits (das können die "Knöpfe", Informationsarchitekturen, -sensoriale- Codierungen, Interaktionskonzepte sein) und die Perspektiven andererseits. Und dann sind wir in der Tat bei einem erweiterten Interfacebegriff, über den wir viel aus der künstlerisch-technologischen Medienpraxis der letzten Jahre lernen können.
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| Letzte Aktualisierung: Son 04 Jul 2004 - 14:33:24 CEST KISD - Köln International School of Design: http://kisd.de/ Subscribe der Mailingliste: Majordomo@kisd.de?body=subscribe+interface mit subscribe interface im Body. |