Wie lassen sich historische Verbrechen mit digitalen Mitteln erfahrbar machen? Für die immersive Theater-Performance „VIANNOS – SPÄTE STIMMEN“ des Kölner Kollektivs DIPHTHONG hat KISD-Absolventin Katerina Sideri 3D-Rekonstruktionen entwickelt. KISD Prof. Lasse Scherffig und Jens Fehrenbacher waren beratend an der Produktion beteiligt. Die Uraufführung findet am 11. Dezember 2026 im NS-Dokumentationszentrum Köln statt.

 

Im September 1943 tötete die deutsche Wehrmacht in der Region Viannos auf Kreta mehr als 500 Zivilisten. Die Massaker zählen zu den schwersten NS-Kriegsverbrechen in Griechenland, sind in Deutschland jedoch kaum bekannt. Mit „VIANNOS – SPÄTE STIMMEN“ macht das Kölner Kollektiv DIPHTHONG dieses Kapitel der deutsch-griechischen Geschichte sichtbar. Unter der Regie von Andrea Bleikamp und Nikos Konstantakis entsteht aus dokumentarischem Theater, Live-Gesang und digitaler Szenografie ein immersiver Erinnerungsraum. Das Publikum befindet sich mitten im Geschehen: Ausgehend von einem griechischen Wohnzimmer entfaltet sich die kretische Lebenswelt mit ihren Geschichten, ihrer Schönheit und den Spuren der Gewalt.

Die KISD-Absolventin Katerina Sideri (M.A.) entwickelte für die Inszenierung 3D-Rekonstruktionen. Prof. Lasse Scherffig und Jens Fehrenbacher aus der Forschungseinheit „Digital Cultural Memory“ des DFG-Forschungsimpulses „Erinnerungskultur in der Krise“ waren beratend in die Produktion eingebunden.

Grundlage der Inszenierung sind umfangreiche Recherchen auf Kreta. Unter wissenschaftlicher Begleitung des Historikers Dr. Iassonas Chandrinos wertete das Team historische Archive aus, sichtete persönliche Erinnerungsstücke und führte Gespräche mit Zeitzeugen und Nachfahren der Opfer. Für den kretischen Regisseur Nikos Konstantakis ist die Auseinandersetzung auch persönlich: Die Erzählungen seiner Großmutter gaben den Anstoß zu dem Projekt.

Aus den Recherchen ist ein vielstimmiges Mosaik aus historischen Ereignissen, persönlichen Erinnerungen und gegenwärtigen Perspektiven entstanden. Die Performance stellt dabei Fragen, die weit über die Aufarbeitung eines einzelnen Kriegsverbrechens hinausgehen: Wie können neue Formen kollektiven Erinnerns aussehen? Wie lässt sich das Leid der Opfer sichtbar machen? Und wie kann Versöhnung gelingen?

Termine und Tickets

Premiere: Freitag, 11. Dezember 2026, 19:00 Uhr

Weitere Vorstellungen:

  • Samstag, 12. Dezember 2026, 19:00 Uhr, anschließend Publikumsdiskussion mit der Leitung des Holocaust Museum Viannos und dem Produktionsteam
  • Sonntag, 13. Dezember 2026, 15:00 Uhr
  • Sonntag, 13. Dezember 2026, 19:00 Uhr

Ort: NS-Dokumentationszentrum Köln, Appellhofplatz 23–25, 50667 Köln

Tickets: über Rausgegangen

Produktion:

DIPHTHONG.art e.V. in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln und der TH Köln im Rahmen des DFG-Forschungsimpulses „Erinnerungskultur in der Krise“.

Mitarbeitende:

Konzept, Regie & Stückentwicklung: Andrea Bleikamp & Nikos Konstantakis
Dramaturgie: Nele Beckmann
Historiker: Dr. Iassonas Chandrinos
Schauspiel: Robin Berenz, Karina Syndicus, Nikos Konstantakis
Gesang: Chara Bitzaraki
Musikproduktion: Benedikt Fuchs
3D-Rekonstruktionstechnik: Katerina Sideri in Zusammenarbeit mit der KISD
Berater für digital cultural memory: Prof. Lasse Scherffig / Jens Fehrenbacher
Kostüm- & Bühnenbild: Eleonora Pedretti
Technische Leitung & Lichtdesign: Daniel Swoboda
Grafikdesign: Studio Dornbach
PR & ÖA: Laura Vennes
Outside Eye: Stephanie Felber & Stawrula Panagiotaki
Expertin vor Ort: Despoina Iniotaki
Übersetzung: Katerina Daifoti
Produktionsleitung: Anita Nindl
Fotos & Dokumentation: Alice Bleistein

Fotos © Alice Bleistein

 


Details

  • Address Appellhofplatz 23-25
  • City Köln
  • State / Province Nordrhein-Westfalen
  • Post Code 50667
  • Country Deutschland

Date 11. December 2026

Time 7:00 pm - 10:00 pm

Starts in 1 month 28 days 18 hours 17 minutes 5 seconds