Erinnerungsort, Treffpunkt und Bühne zugleich: Wie könnte der Karl-Küpper-Platz künftig aussehen? Studierende haben sich mit Karl Küppers Geschichte und dem heutigen Platz auseinandergesetzt und daraus neue Ideen für einen lebendigen urbanen Raum entwickelt. Am 26. September 2026 laden sie zur Präsentation ihrer Visionen und zum Austausch direkt vor Ort ein.
Fünfzehn Jahre ist es her, dass der Karl-Küpper-Platz im Kölner Stadtzentrum nach jahrelangem Einsatz der Familie nach dem bekannten Karnevalisten Karl Küpper (1905–1970) benannt wurde. Trotz verschiedener Bemühungen um seine Aufwertung ist der Karl-Küpper-Platz bislang weder fest im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert, noch lädt er in seiner heutigen Gestaltung zum längeren Verweilen ein. Dabei erinnert er an eine historische Persönlichkeit, deren aktive und unermüdliche Positionierung gegen den Nationalsozialismus heute vielleicht wichtiger ist denn je.
Karl Küpper war der einzige bekannte Karnevalist, der dem NSDAP-Regime mittels Humors und Sprache auf der Bühne offen trotzte. Sein Name ist heute zwar im Stadtbild präsent, seine Geschichte bleibt für viele Besucherinnen und Besucher jedoch weitgehend unsichtbar.
Genau hier setzt das von Studierenden der KISD initiierte Projekt „Karl. Küpper. Platz?“ an. Ziel ist es, den Platz so weiterzuentwickeln, dass er seinem Namenspatron gerecht wird. Im Zentrum steht dabei die Verbindung von Erinnerung und urbanem Alltag: als Denkmal und Treffpunkt, als Bühne und Gesprächsanlass, aber auch als lebendiger Raum im Viertel.
Dafür haben sich die Studierenden intensiv mit der Biografie Karl Küppers beschäftigt, den Platz beobachtet und analysiert sowie Gespräche mit unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren geführt. In einem anschließenden Workshop auf dem Platz selbst brachten Vertreter:innen aus der Familie Küppers, dem Karneval, der Kulturszene und Stadtverwaltung Kölns sowie Kenner:innen Kölner NS-Geschichte ihre Perspektiven und Ideen ein.
Ein Kerngedanke des Projekts ist, Erinnerung und Aufenthalt gemeinsam zu denken. Ein Ort, an dem Menschen sich gerne aufhalten, kann Erinnerung ganz selbstverständlich im Alltag verankern. Umgekehrt verleiht die Auseinandersetzung mit seiner Geschichte einem Ort Identität und Bedeutung. Für den Karl-Küpper-Platz heißt das, ein dauerhaftes Erinnerungszeichen mit Aufenthaltsqualität, gemütlichen Bereichen zum Verweilen, Witterungsschutz und einer lebendigen Nutzung zu verbinden.
Daraus ergeben sich konkrete Perspektiven für die Zukunft. Im Alltag soll der Platz als lebendiger Treffpunkt funktionieren, an dem das Gedenken stets mitschwingt. Zugleich bietet er das Potenzial für eine neue karnevalistische Nutzung und damit für einen weiteren festen öffentlichen Ort des politischen und gesellschaftskritischen Karnevals in Köln. Auf diese Weise soll Küppers Haltung in die Gegenwart getragen werden.
Darüber hinaus beschäftigt sich das Projekt mit der Frage, wie ein dauerhaftes künstlerisches Erinnerungszeichen aussehen und wirken könnte. Dabei geht es nicht um ein starres Denkmal, sondern um eine inhaltliche und gestalterische Grundlage, die spätere künstlerische Interventionen ermöglicht. Kooperationen mit lokalen Initiativen und Institutionen sollen zudem dazu beitragen, den Platz stärker im Leben des Quartiers zu verankern.
Der Karl-Küpper-Platz soll damit nicht als klassischer Denkmalort verstanden werden, sondern als dynamischer Raum, in dem Erinnerung, Alltag, Karneval und Nachbarschaft miteinander verbunden werden.
Wie diese Vision konkret aussehen kann, zeigen die Studierenden am Samstag, 26. September 2026, von 14 bis 18 Uhr direkt auf dem Karl-Küpper-Platz. Zu sehen sind Entwürfe und Zukunftsszenarien für den Platz. Zugleich bietet die Veranstaltung Gelegenheit zum Austausch über seine weitere Entwicklung. Für die musikalische Begleitung sorgen Lucito, Flor de Sauco und Rolly Brings.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen!




