Spaces ist ein Social Learning Environment, das von der KISD (Fakultät für Kulturwissenschaften der TH Köln) entwickelt und 2008 erstmalig eingesetzt wurde. Es erleichtert die Organisation des Studium, bietet eine zentrale Kommunikationsplattform und erlaubt es, in Lehrveranstaltungen vernetzt zusammenzuarbeiten. Studierende und Lehrende stellen ihre Projekt-, Seminar- oder Forschungsarbeiten vor, teilen ihre Rechercheergebnisse, diskutieren online und verfassen Feedback.

Offene Lernräume ermöglichen neue Lernformen

Spaces schafft offene und soziale Lern- und Arbeitsräume für studierendenzentrierte Lernformen und bietet damit ein digitales Umfeld für projektbasiertes und forschendes Lernen. Studierende können sich eigenverantwortlich organisieren und gemeinsam im Team lernen. Jeder neu angelegte digitale Raum dient als virtuelle Repräsentation der Lehrveranstaltung und begleitet die Teilnehmenden während aller Phasen ihres Lehrens und Lernens. Studierende und Lehrende können gleichberechtigt Inhalte erstellen, kommentieren und verwalten. Auch die Einrichtung des digitalen Raums kann von nicht nur von Lehrenden, sondern auch von Studierenden vorgenommen werden. Sie haben dann die Verantwortung für den Raum und verfügen über alle notwendigen Zugriffsrechte, um seine Inhalte anzupassen und zu verwalten. Studierende sollen den digitalen Lernraum als einen Teil ihrer Arbeitsumgebung verstehen, anpassen und frei und offen verwenden.

Vernetzte Zusammenarbeit in der Community

Spaces unterstützt die Entwicklung einer lebendigen und vernetzen Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden. Die Teilnehmenden eines digitalen Lernraums bilden eine Community, in der Ideen, Rechercheergebnisse, Projekt-, Seminar- und Forschungsarbeiten dargestellt, diskutiert und dokumentiert werden können. Die Plattform ermöglicht Studierenden ihren Lernprozess zu dokumentieren, andere darin zu involvieren und zu inspirieren. Sie können als geschlossene oder als offene Arbeitsgruppe mit externen Studierenden und Lehrenden zusammenarbeiten und sich über Peer-Feedback austauschen. Diese Offenheit ist nicht nur auf die interne Community beschränkt. Auch externe Kooperationspartner*innen, wie internationale Hochschulen, Organisationen oder Unternehmen können mit einbezogenen werden. Spaces schafft somit einen offenen Kollaborationsraum, in dem sich hierarchische und statische Gruppengrenzen auflösen und neue Vernetzungen entstehen.

Erweiterte Betreuung in einem zusätzlichen Raum

Die in Spaces entstandenen digitalen Lernräume erweitern die Feedback-, Reflexions- und Betreuungsmöglichkeiten. Studierende müssen ihre Aktivitäten nicht ausschließlich in einem physikalischen Raum vorstellen, sondern können orts- und zeitunabhängig Online-Lernaktivitäten initiieren und darstellen, Feedback fordern oder auch selber geben. Spaces schafft damit einen neuen Raum, in dem Lehrende, Kommiliton*innen und gegebenenfalls auch externe Partner*innen aktuelle Aktivitäten sowie Entwicklung und Lernverlauf anderer verfolgen, unterstützen und kommentieren können.

Campusweite Kommunikation auf einer Plattform gebündelt

Auf der Startseite von Spaces können Lehrende, Studierende und Mitarbeiter*innen Meldungen, Tipps, Hinweise, Fragen oder Termine in einem zentralen »Stream« veröffentlichen. Diese aus den sozialen Medien vertraute Praxis hat sich bewährt und wird von der Spaces-Community täglich genutzt. Die Startseite bietet zudem Einblick in den laufenden Austausch eigener und anderweitiger offener Lehrveranstaltungen. Die Studierenden können Posts und Kommentare einsehen und sich unmittelbar an der Kommunikation beteiligen. Die Startseite ist damit die zentrale Informations- und Anlaufstelle und zugleich ein Fenster in die aktuellen Lehr- und Lernaktivitäten der Community.

Kollaborative Wissensbasis unterstützt Lehre und Forschung

Alle in Spaces initiierten und durchgeführten Aktionen erweitern das digitale Informationsangebot. Offenen Daten- und Austauschformate ermöglichen den flexiblen Umgang mit Daten, die in unterschiedlichen – auch externen Quellen – aufgerufen, verwaltet und vernetzt werden können. Dafür werden neben den digitalen Lernräumen noch Services, wie ein digitales Archiv, eine Videoplattform und ein Online-Bibliographie angeboten. Im Archiv finden sich Projekt-, Bachelor und Masterarbeiten, die umfangreich verschlagwortet allen Mitgliedern der Community zugänglich sind. Alle aufgezeichneten Vorlesungen und Vorträge werden über den Service »Media« bereitgestellt. Der Service »Biblio« bietet ein einfache Einbindung von Literaturquellen. Alle genannten Services sind in Spaces integriert und schaffen eine transparente, permeable und lebendige Wissensbasis, die Forschung, Lehre und Lernen begleitet und unterstützt.

Profilbildung durch das Study Journal

Alle Mitglieder der Community verfügen über ein individuelles Profil, um eine virtuelle Präsenz zu entwickeln und sich zu vernetzen. Dieses Profil wird anhand der individuellen Aktivitäten online erstellt und dynamisch ergänzt, so dass es einen einen Ausschnitt der Lernbiographie darstellt. . Personenbezogene Informationen, wie Name, E-Mail, Telefon, Semester, Links zu den Social Network Sites und weitere, können editiert und ergänzt werden. Auf der Profilseite wird auch das »Study Journal« der Studierenden angezeigt. Dieses ist ein studienbegleitendes E-Portfolio, in dem die Studierenden ihren individuellen Studienverlauf dokumentieren, persönliche Studienziele reflektieren und Feedback erhalten. Die Studierende stellen Gegenstand, Verlauf und Ergebnisse aller von ihnen besuchten Veranstaltungen dar, nehmen eine abschließende Reflexion vor und verfassen zum Ende eines jeden Semesters eine reflektierte Rückschau auf die von ihnen erbrachten Studienleistungen. Das Study Journal dokumentiert damit den individuellen, kompetenzorienterten und reflektierten Studienverlauf der Studierenden und begleitet sie bei der Ausgestaltung eines qualitativ hochwertigen Profils. Dieses unterstützt die Zusammenarbeit innerhalb der Spaces-Community, indem es sowohl die persönliche als auch die fachliche Perspektive der jeweiligen Studierenden aufzeigt.

Open Source als zukünftige Basis

Spaces basiert auf dem Open Source Weblog- und Publishing-System WordPress. Darauf aufbauend entstand mit zahlreichen selbst entwickelten Plugins und Themes ein Social Learning Environment. WordPress ist sowohl für die Anwender*innen als auch für die Entwickler*innen sehr leicht einzusetzen und zu erweitern. Benutzer*innen können schnell Beträge schreiben und diese kommentieren. Administrator*innen haben die Möglichkeit, im benutzerfreundlichen WYSIWYG-Modus Seiten, Kategorien, Navigationselemente und Titelbilder hinzuzufügen und jeden einzelnen Lernraum individuell mit sogenannten Widgets zu erweitern. Zum Ausbau des gesamten Systems, können zudem zahlreiche Plugins installiert und angepasst werden. WordPress legt besonderen Wert auf offene Webstandards und hat eine sehr lebendige Entwickler*innengemeinde. Um unsererseits einen Beitrag darin zu leisten, sollen in Zukunft die für Spaces erstellten Themes und Plugins der Open Source Community zur Verfügung gestellt werden. Dadurch sollen zusätzlich hochschulische Partner*innen gewonnen und das System gemeinsam optimiert und weiterentwickelt werden.

Spaces finden Anwendung in der TH Köln

Spaces wird nicht nur an der KISD (KISDspaces), sondern auch in anderen Instituten der TH Köln eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise das Cologne Game Lab (CGLspaces) und das Institut für Technologie und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen (ITTspaces). Weitere Spaces-Instanzen sind in Planung. Aktuell wird Spaces zudem in Lehrveranstaltungen der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften, der Informatik und Ingenieurwissenschaften und der Angewandten Sozialwissenschaften eingesetzt und evaluiert, um zu prüfen, ob sich das System als Social Learning Environment der gesamten TH Köln eignet (LLCspaces).

Kontakt
Team Blended Studies
Köln International School of Design
Ubierring 40, 50678 Köln
Raum 124
blended@kisd.de
https://spaces.kisd.de