Auf den Uniwiesen gibt es seit Kurzem eine besondere öffentliche Toilette: Sie kommt ohne Wasser und Chemie aus und ist gleichzeitig barrierefrei sowie unisex nutzbar.
Entwickelt wurde sie von KISDalumna Anastasia Bondar, die sich seit einigen Jahren mit nachhaltigen Sanitärlösungen beschäftigt. Nachhaltige Sanitärversorgung war auch das Thema ihrer Abschlussarbeit, mit der sie 2022 den Kölner Design Preis gewann. Bereits 2023 testete sie in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln einen ersten Prototyp im Volksgarten, jetzt folgte die weiterentwickelte Version.
Das Prinzip: In der Toilette werden feste und flüssige Stoffe direkt bei der Nutzung getrennt. Dadurch können die Inhalte später getrennt weiterverarbeitet werden – mit dem Ziel, daraus kompostierbares Material zu gewinnen.
Die Anlage wird täglich gereinigt. Für Betrieb und Weiterverarbeitung arbeiten die Entsorgungsbetriebe AWB Köln und die StEB Bergisch Gladbach zusammen.
Perspektivisch soll das Material am Standort Metabolon in Lindlar kompostiert werden, aktuell passiert das noch im Rahmen von Forschung.
Die Idee dahinter ist Teil eines größeren Ansatzes: menschliche Ausscheidungen als Ressource zu nutzen statt als Abfall zu behandeln. In anderen Ländern wird das bereits praktiziert – in Deutschland steht eine breitere Umsetzung noch am Anfang.
Wie sich das Konzept im Alltag bewährt, wird sich jetzt auf den Uniwiesen zeigen. Wir wünschen Anastasia Bondar mit “Holy Shit” viel Erfolg.
Bild1 +2 © Anastasia Bondar


