Ziel dieses Lehrgebietes ist es, die Studierenden für Ökologie im Allgemeinen und umweltrelevante Kriterien bei der Designentwicklung im Besonderen zu sensibilisieren. Die ureigene Designarbeit kann nicht mehr isoliert betrachtet werden. Heute gewinnt die Betrachtung und Steuerung des Zusammenwirkens der einzelnen Objekte an Bedeutung. Ganzheitliches Denken ist gefragt

Für die Ausbildung des Designers bedeutet dies eine Verschiebung der Schwerpunkte. Über die klassische Produktentwicklung hinaus gilt es heute, ganzheitliche Konzepte und Kreisläufe zu gestalten.
Eine ökologisch ganzheitliche Betrachtungsweise beinhaltet neben der aktiven auch die passive Ökologie des Produktes und beweist, dass Ökologie und Design sich nicht grundsätzlich widersprechen. Dafür sind langfristiges Denken und Handeln erforderlich. Vom Entwurf über die Produktion bis zum Gebrauch, der Reparatur und einer umweltgerechten Entsorgung sind alle Einflussfaktoren und Auswirkungen zu berücksichtigen. Bisher bestand die Aufgabe des Designers darin, neue Produkte zu gestalten. Veränderte Rahmenbedingungen erfordern ein erweitertes peripheres Aufgabengebiet bei gleichzeitiger Konzentration auf grundsätzliche Konzepte.

Diese Entwicklungen erfordern Konsequenzen für den Designer, der insbesondere in der Planung und im Entwurf eines Produktes viele Möglichkeiten hat, auf die Umweltverträglichkeit seiner Designentwicklung Einfluss zu nehmen ? und somit in der Verantwortung steht.

Nachhaltige Entwicklung

Dieses Thema hat in Deutschland zu einer intensiven wissenschaftlichen und politischen Debatte geführt. Nachhaltigkeit ist aber noch nicht zu einem allgemein anerkannten gesellschaftlichen Thema geworden. Die Fortschritte liegen vor allem auf der konzeptionellen Ebene, nicht so sehr im politisch-praktischen Bereich. Es gibt Ansätze und Beispiele für nachhaltigere Produktionsmodelle, für nachhaltigere Mobilität oder Konsumgüter. Diese Gedanken werden in Seminaren aufgegriffen und es wird nach Möglichkeiten gesucht, diese zu gestalten.

Bionik

Eine Wortschöpfung, die sich aus den Begriffen Biologie und Technik zusammengesetzt. Wo findet man in der Natur Formen und Funktionen, die so aufeinander abgestimmt sind, dass sie uns zu innovativen Designlösungen führen? Hier bietet sich eine Möglichkeit, in Zukunft eine der Umwelt gerechte Produktentwicklung zu gestalten. Das Studium der Natur lehrt das konstruktive und systemerhaltende Potenzial der belebten Welt. Form und Funktion stellen hier sicherlich die wesentlichen Grundlagen für das Design dar. Um es einzusetzen, muss man genau hinsehen.

Smart Materials

Heute oft ungenügend mit “intelligent” übersetzt, meint der Begriff doch die Eigenschaft des Materials, sich auf sich verändernde Einflüsse einzustellen. Die zunehmende Mobilität unserer Gesellschaft treibt den Prozess der Materialentwicklung und deren Einsatz in verschiedenen Produkten, von der Socke bis zum Automobil, voran. Allerdings fehlt oft der kommunikative Austausch zwischen Forschern und Designern. Einander verstehen und verschiedene Interessen in Einklang zu bringen ist eines der Ziele des Lehrgebietes.