Nach sechs Monaten Designrecherche zu den informellen Aneignungsstrategien einer Malinesischen Gemeinschaft im Migranten-Wohnheim Bara in Paris, etablierte ich einen Dialog mit vier geflüchteten Menschen, die nach ihrer Ankunft in Deutschland einen neuen Lebensmittelpunkt suchen.

In einer Reihe partizipativer Workshops in Köln wagten wir eine Gegenüberstellung ihres im Herkunftsland zurückgelassenen Zuhauses mit ihrer aktuellen Wohnsituation in Köln. Welche Gestaltungsfreiräume bieten die neuen vier Wände, und welche Grenzen sind in die Funktionsarchitektur eingeschrieben? Unter der Anleitung von Simon Meienberg und Heribert Weegen visualisierten die geflüchteten Menschen im Rahmen einer fünfwöchigen Begegnung ihre Erinnerungen, Wünsche und Vorstellungen. Im gestalterischen Dialog wandten wir zu Beginn den Blick auf die Erinnerungen an das Zuhause in der Heimat. Was wurde dort zurückgelassen, und welche Erinnerungen und Bilder sind besonders präsent? Im Anschluss rückte der Fokus auf die jeweiligen Wohnungen in Köln. Wir versuchen die Frage zu beantworten, welche Gestaltungsfreiräume und -grenzen in den neuen Wohnsituationen vorhanden sind. In welcher Form kann es den Bewohnern gelingen, ihre Wohnung durch gestalterische Interventionen ihren Bedürfnissen und Wünschen anzunähern? Entstanden ist ein multiperspektivisches Narrativ aus Zeichnungen und Modellen, das an den PASSAGEN 2019 einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Diese Masterarbeit wurde von Prof. Dr. Carolin Höfler (Designtheorie und -forschung) und Prof. Philipp Heidkamp (Interface/ Interaction Design) betreut und von der Forschungsstelle „Echtzeitstadt“, ArtAsyl e.V. and JACK IN THE BOX e.V. unterstützt.

Simon Meienberg, M.A. European Design / simon.meienberg@gmail.com
simon-meienberg.com / instagram; simonsdigest