Im selbstinitierten Projekt „Deconstructing Dinner“ soll in verschiedenen kleinen Dinner-Events und Workshops das eingefahrene Bild des gemeinsamen Essens aufgebrochen werden. Unsere Essensgewohnheiten, die so sehr mit sozialen Riten und kommunikativen Verhaltensregeln behaftet sind, sollen neu interpetiert werden, in dem der Ort des Essens – der Esstisch – dekonstruiert wird.

Das Essen, ein entscheidender Aspekt unserer individuellen und sozialen Identität, ist tief in unserer Kultur verwurzelt. Von der Art und Weise, wie wir Essen berühren, riechen und verzehren bis hin zu den Gegenständen und der Umgebung, die wir wählen – unsere Essgewohnheiten spiegeln wider, wer wir sind. Das Geschirr, das Ambiente und sogar die Hintergrundgeräusche haben einen großen Einfluss auf unser Esserlebnis. All diese Elemente haben nicht nur eine persönliche Bedeutung, sondern vermitteln auch kulturelle Botschaften. Von Kindesbeinen an lernen wir den richtigen Umgang mit den Utensilien und die Bedeutungen, die sich hinter ihnen verbergen. Das Mobiliar und der gedeckte Tisch wirken sich nicht nur auf unseren Komfort aus, sondern regulieren auch unser Verhalten, indem sie unsere Körperhaltung und unsere Bewegungen bestimmen. Jede Gesellschaft schreibt Konventionen und Regeln für den Konsum vor und prägt so die Art und Weise, wie wir essen.

Im ersten Dinner-Event bedienten die Studierenden experimentell Gäste an zwei konträren Tischen mit verschieden großen Tischflächen und Portionen. Der ungewohnt dunkle Kuchen offenbarte süße, aber auch salzige Geschmacksnoten und sorgte für Irritation. Die beiden Tischgruppen wurden am Ende zusammengerückt, so dass die Teilnehmer:Innen sich austauschen konnten.

TeilnehmerInnen:

Hannah Flintrop, Viola Funke, Nicolas Salfner, Amber Watts, Masha Kuzmina, Emma Grau, Pavla Geschwandtner, Gardy Wu

Photos by Deconstructing Dinner Team